Geschichte - Tag 1
Kurz vor Ostern liegt eine merkwürdige Stimmung über dem Dorf. Normalerweise summt es fröhlich rund um die Imkerei, doch heute klingt das Summen anders, fast gedämpft. Vedi und Jara sind gerade unterwegs zum Spielplatz, als sie den Imker sehen. Er steht zwischen seinen Bienenstöcken, den Kopf gesenkt, die Hände in seinen großen Taschen vergraben.
„Der sieht aber traurig aus“, flüstert Jara. Der Imker kniet sich vor einen seiner Stöcke. Wo sonst hunderte Bienen ein- und ausfliegen, sind heute nur wenige zu sehen. „Mein bester Bienenschwarm“, sagt er leise, „ist weg.“ Seine Stimme klingt schwer. Er erklärt Vedi und Jara, dass sich der Schwarm geteilt hat: “Ein Teil der Bienen ist mit einer neuen Königin ausgezogen, um ein eigenes Zuhause zu suchen. Das nennt man „Ausschwärmen“ – etwas ganz Natürliches.”
„Dabei hatte ich doch schon alles vorbereitet“, sagt der Imker und zeigt auf einen neuen, leeren Bienenstock. „Hier sollten sie einziehen, den habe ich extra selbst gebaut.“ Er seufzt. „Ohne die Bienen gibt es nicht genug neuen Honig.“ Er denkt an die Osterhäsin. Ihr hat er versprochen, im Sommer wieder frischen Honig zu liefern, damit ihre Vorräte für nächstes Jahr reichen.
Vedi fliegt ein Stück nach oben und schaut sich um: „Vielleicht kann ich sie ja aus der Luft sehen?“ Jara spürt, wie ihr das Herz klopft. Sie mag Bienen. Sie weiß, dass sie Blüten bestäuben und dafür sorgen, dass Obst und Gemüse wachsen. „Wir brauchen die Bienen hier“, sagt sie leise.
Vedi nickt entschlossen. „Wir helfen dir“, sagt er zum Imker. „Wir suchen den Schwarm.“ Der Imker schaut überrascht und ist sehr dankbar. Zum ersten Mal an diesem Morgen huscht ein kleines Lächeln über sein Gesicht.
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